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Grundsätzliches zu den Orangen die wir handeln

Seit Jahren bringen wir Orangen von benachbarten Gärten, bzw. befreundeten Bauern, mit aus Griechenland. Wir tun das auf  Nachfrage von Freunden und Kunden nach diesen Orangen, nach Orangen aus Ilia, die nach den hier beschriebenen Grundsätzen behandelt, oder: besser eben nicht "behandelt" sind.

  • Anbaugebiet: Ilia, Bezirk Olimbia: die Gegend ist eigentlich als Gemüsegarten Griechenlands bekannt. Darüberhinaus ist Ilia als Olivenanbaugebiet für die Koroneijki-Olive (bestes Olivenöl) berühmt. Als Orangenanbaugebiet ist das Klima grenzwertig. Die Durchschnittstemperaturen lassen zwar den Orangenanbau zu, aber schon der relativ späte Erntezeitpunkt, -erst ab Weihnachten, und häufige Schwierigkeiten durch Kälteeinbrüche bis hin zu Frösten, setzen dem Erfolg Grenzen. Andererseits ist gerade dieses Klima wieder Garant für die unverwechselbare Süsse/Säure-Balance, die Fruchtigkeit und auch den eben nicht vorhandenen Schädlingsdruck.
  • Anbau der Orangen: in der ganzen Gegend, d.h. im Küstenstreifen und entlang des Alfios gehören Zitrusbäume zum Landschaftsbild. In jedem Garten stehen verschiedene Sorten für den Haus/Familiengebrauch. Plantagen gibt es dann natürlich auch, allerdings nicht wie man das aus anderen Regionen kennt:, - soweit das Auge reicht, sondern eher im kleineren Stil. Jeder Bauer hat in der Regel nur einen, grösseren oder kleineren, "Orangen-Garten". Grossbauern gibt es dort sowieso nicht. Gepflanzt wurden und werden im Wesentlichen zwei Sorten: Navelinas und Merlin, in geringerem Umfang noch Sanguinis und Valencias. Es gibt eigentlich keinen Schädlingsdruck während des Anbaus, sodass auf die Anwendung von Pestiziden (Schädlingsbekämpfungsmittel) verzichtet werden kann. Unsinnigerweise hält aber mancher Bauer seinen Boden unter den Bäumen mit Herbiziden (Unkrautvernichtungsmitteln) sauber. Eine bedauernswerte Unart die zwar praktisch und billig aber eben ökologisch völlig inakzeptabel ist. Gedüngt werden die Orangen meist mineralisch (Kunstdünger). Also: wir sprechen hier wirklich nicht von ökologischem Anbau.!!!  Es ist aber auch kein intensiver und verdammenswürdiger Raubbau an Pflanze und Boden, dieser Anabau zieht auch nicht zwangsläufig eine ökologische Katastrophe nach sich.
  • Ernte und Verpackung: Die Bauern und ihre Helfer pfücken die Orangen vom Baum, keine Maschine und kein Gerät kann helfen, -Handarbeit. Wenn es ganz hochwertig gemacht wird, wird jede Orange vom Baum geschnitten! So werden durch das brechen/reissen mögliche Verletzungen an der Schale der Orange vermieden. Diese Verletzung wieder beeinträchtigt die Haltbarkeit. Die Orangen werden dann direkt in die typisch griechischen Gemüsekisten gepflückt, pro Kiste ca. 20kg. Immer werden Blätter bzw. kleine Zweige mit dazugelegt, als Zeichen der Frische. So kann nachvollzogen werden, wie lange die Orangenkiste bereits unterwegs ist. Das war´s dann, die Bauern liefern die Kisten bei Ihrem Grosshändler oder Verpacker ab. Dort werden dann Orangen üblicherweise sortiert, gewaschen (mit chemischen Reinigungsmitteln), wieder getrocknet,  mit Fungizidlösung besprüht (wg. der Haltbarkeit), begast, und dann schön gewachst (mit Silikonlösung) in Kisten bzw. Kartons verpackt. Von dort aus gehen die ehemals guten Früchte dann auf die Reise durch die Kühlhäuser Europas bis sie dann endlich irgendwo im deutschen Supermarkt landen.
  • Und bei uns?:  meistens hole ich die Orangen direkt im Orangengarten noch am Erntetag ab, meistens gehen die Orangen noch am selben Tag mit mir aufs Schiff und fahren von Patras nach Ancona. Am darauffolgenden Tag, gegen Abend, sind wir dann, also die Orangen und ich, wieder in Ulm, sozusagen bei Ihnen. Geht´s frischer und direkter? Manchmal lasse ich auch den Bauern die Orangen zu einem Verlader bringen, dort werden die Kisten, wie sie sind, auf einen LKW geladen, und sind dann mit einem Tag Verzögerung hier in Ulm.
  • Zusammenfassend: diese Orangen sind aus (klein)bäuerlichem Anbau des Bezirks Olimbia, sind extensiv, aber nicht biologisch korrekt, angebaut und gewachsen. Die Orangen werden bei und nach der Ernte in keiner Weise bahandelt, auch nicht sortiert und nicht gewaschen. Die Orangen kommen auf direktem und schnellstmöglichen Weg hierher nach Ulm.
  • Haltbarkeit: Im Januar und Februar, weil der Säureanteil höher ist, recht lang haltbar, im Normalfall sind 4-6Wochen kein Problem -bei geeigneter Lagerung. Im März, und dann im April, verkürzt sich die Haltbarkeit deutlich, weniger Säure = aber auch mehr Süsse!, und insgesamt fortgeschrittenem Reifestadium. Ein Problem allerdings tritt immerwieder mal auf: Wenn die Orangen bei Regen, oder auch nur während regnerischen Tagen geerntet wurden, verkürzt sich die Haltbarkeit deutlich. Auch in Griechenland, man glaubt es kaum, ist Winter! Glücklicherweise regnet es im Winter häufig..., nicht immer gut für meinen teilweise recht unflexiblen Zeitplan!
  • Abholung / Versand: jetzt sind Sie dran, wenn Sie die Früchtchen haben wollen, so wie sie sind, dann können Orangen - nur kistenweise- hier in Ulm abgeholt werden. Sie sind zufällig nicht aus Ulm?, macht nichts wir schicken Ihnen die Orangen per Post. In diesem Fall wird die gesamte Kiste (also der Inhalt der Kiste) in einen Karton gefüllt und per DHL abgeschickt, morgen sind sie bei Ihnen. Zu welchen Terminen es diese Orangen-Angebote gibt, entnehmen Sie dieser Website bitte an anderer Stelle. Ständige Bevorratung würde dem Frische-Prinzip widersprechen, deshalb gibt es dieses Angebot auch nur zu bestimmten Terminen

 

Ernte- Reifeperiode Orangen

Wie meistens treibt uns der Kundenwunsch... In diesem Fall der Wunsch nach früherer Verfügbarkeit unserer Orangen, bzw die Frage: überall gibt es schon Orangen nur bei euch nicht?!. Wie anderweitig schon ausgeführt ist die ideale Erntezeit von Ende Dezember bis Ende Februar. Dann sind die Früchte süss und saftig mit einem super ausgewogenen Verhältnis von Süsse und Säure. Wir, als moderne Verbraucher, sind gewohnt immer alles, zu jeder Zeit, und superbillig zu bekommen. Niemand ist bereit zu warten bis die Orangen wirklich reif sind, überall gibt es schon Orangen im September und Oktober, ...wie kann das sein? Ganz einfach: im September und Anfang Oktober gibt es von der anderen Seite der Welt zB Südafrika die Spätsorten zB Valencia, dann etwa ab Mitte Oktober kommen die ersten Orangen aus zB Spanien. Dort allerding sind die Orangen auch erst ab Ende November / Mitte Dezember wirklich reif, wie also schaffen es spanische Orangen schon im Oktober bis in den deutschen Supermarkt? Einige Hormonspritzungen in die Reifephase verkürzen diese um gut 4 Wochen. Die moderene Landwirtschaft machts möglich... wollen Sie das?, wir nicht. Also was tun: Wir haben eine kleine Plantage gefunden die infolge eines idealen Standortes ein paar Tage früher dran ist und so bringen wir die ersten Orangen Ende November nach Deutschland. Aber Achtung: niemand sollte erwarten dass diese Orangen dann die Süsse und Saftigkeit haben die wir aus Januar und Februar gewohnt sind! Eigentlich logisch oder! Wir tun also unser Möglichstes die ersten und auch noch die letzten Orangen der Saison anzubieten, aber bitte immer wieder mal darüber nachdenken wie natürliche Wachstumsrythmen so laufen und, welche Konsequenzen diese natürliche Rythmen logischerweise auf die Produkte haben.

Im November 2011, Peter Schaupp

Thema Haltbarkeit von Orangen

Wir sind von unseren Orangen in den letzten Jahren gewohnt, dass ohne weiteres mit einer Verbrauchsfrist von minimal 4 Wochen aber auch von 6 und mehr Wochen gerechnet werden kann. Wie an anderer Stelle berichtet werden die Orangen immer ganz frisch, meist am Tag vor meiner Rückreise gepflückt, sind also nach 2-3 Tagen nachdem sie vom Baum kamen schon bei Ihnen. Die Orangen sind nie behandelt, einfach gar nicht, nichteinmal sortiert, so wie vom Baum gepflückt landen sie bei Ihnen. In den letzten Jahren hatten wir sehr trockene Jahre, auch trockene Winter mit einer Reihe von entsprechenden Problemen wie Wasserknappheit, Frost etc., aber die Orangen hatten eine sehr lange Haltbarkeit. Weil trocken und an sonnigen Tagen geerntet. Dieses Jahr ist alles anders, glücklicherweise! Wir haben einen extrem nassen Winter, es regnet fast jeden Tag. Die Natur dankt es mit einer ungeheurer Wüchsigkeit und Farbigkeit. Man glaubt ja nicht was da schon alles blüht, jetzt  im Februar. Die Kehrseite für unsere Orangen ist: die Plantagen trocknen eigentlich nie richtig ab, es herrscht immer feuchtes und auch feucht/warmes Klima, letzte Woche hatten wir 23Grad (Anfanf Februar). Die Orangen sind weit weniger lange haltbar. Bereits hier in Ulm sammeln wir verdorbene Früchte aus der Kiste, soweit sie sichtbar obenauf liegen.

Liebe Freunde, man kann eben nicht alles haben! Handelsübliche Früchte sind gewaschen, getrocknet und gewachst (das hört sich so harmlos an, ist aber nichts anderes als Silikon), dann  begast und mit mit Fungiziden gegen Verderb besprüht. Das alles sollte man sich bewusst machen und sein Verhalten dann an die entsprechende Situation anpassen. Landwirtschaft, und deren Produkte, ist/sind immer wetterabhängig, den Gesetzen der Natur unterworfen, nie gleich, die Natur produziert niemals gleichförmiges und ist nie auf Knopfdruck abrufbar. Originäre landwirtschaftliche Produkte sind immer Stück für Stück unterschiedlich, -individuell, jedes Jahr ,von jedem Acker anders. Jedes Jahr und jede Lage hat ihre spezifischen Eigenarten ihr Vorteile und natürlich auch ihre Nachteile.

Darüber hin und wieder mal nachzudenken schärft vielleicht das Bewusstsein in unserer normierten und gleichförmigen Welt. Sehen Sie mal jede Frucht, genauso wie jedes Tier als individuell an, ganz verschieden, mit ganz eigener Qualität, .. und dann kommt da noch der Bauer, und die vielen Mit-Arbeiter bis die Frucht bei Ihnen ist. Auch das alles prägt ganz individuell und schafft Qualität, wollen Sie das? -dann sind Sie hier richtig, mit allen Vor,- aber auch mit allen Nachteilen.

Ulm, im Februar 2009, Peter Schaupp

Preisbildung Orangen

Im Winter sind Orangen sagenhaft günstig, die Preise gehen, hier im deutschen Handel, teilweise auf 50Cent pro Kilo zurück. Das ist schön für preisbewusste Käufer. Auf die Folgen für Bauern und Landwirtschaft gehe ich an anderer Stelle ein. Wir haben nicht mal sportliches Interesse hier mitzuhalten, wir wollen Sie keinesfalls bei Aldi und/oder Lidl abwerben. Es interessiert mich auch überhaupt nicht wie wenig wo, was, kostet. Wir bezahlen direkt an den Bauern, (selten auch über einen bewährten Grosshändler in Pyrgos), Preise zwischen 25 und 60 Cent/kg Orangen. Abhängig vom Jahr, der Sorte, und der Jahreszeit. Unser Fahrzeug fährt nicht ganz umsonst, die Reederei will Geld für die Überfahrt, wir müssen auch noch so ein bischen von was leben, kurzum unser Preis für die 15kg Kiste ist entweder 19Euro die Kiste (oder 25Euro die 20kg-Kiste) hier ab Rampe Riedweg, oder dann 25Euro per Post frei Haus irgendwo in Deutschland. Die Kiste hätten wir gerne wieder, wenn sinnvoll möglich. Übrigens fahren wir die leere Kiste dann wieder zurück nach Griechenland..., nicht extra, aber bei Gelegenheit.

Wären Sie in den Wintermonaten in Griechenland könnten Sie in den Obst- und Gemüseläden, oder auf den Wochenmärkten, Orangen für 60-80Cent/kg einkaufen. Meistens, wie oben beschrieben, unbehandelte Orangen aus den Gärten der Region, Übrigens kaufen Sie griechische Orangen immer günstiger in deutschen Supermärkten als direkt im Anbaugebiet, auch darauf will ich an anderer Stelle gelegentlich mal eingehen! Soweit der Preis-Überblick, jetzt können Sie frei entscheiden ob Sie vielleicht selbst nach Griechenland fahren um Orangen zu kaufen, - oder  im heimisch/praktischen Supermarkt, - vielleicht aber auch lieber bei uns.

Ulm, im Februar 2009, Peter Schaupp

Jetzt schon haben wir das Preisniveau für die kommende Saison -- 2010/2011 --  festgelegt (15kg-Kisten):
Abholung Ulm Riedweg: 1 Kiste 20Euro, ab 10 Kisten 17Euro, ab 42 Kisten (Palette) 13Euro. Versand irgendwohin in Deutschland: 1 Kiste 26Euro, Doppelkiste im Karton 30Euro! Dieses Preisniveau hat sich aus den Erfahrungen dieses Jahres ergeben und scheint auch für kommende Jahre tragfähig. Wir werden einiges in Infrastruktur und Logistig investieren, sowohl in Griechenland, als auch hier im Riedweg, wir versuchen vorallem bei der Fracht zu optimieren, so sollte es gelingen auch auf Dauer bei diesem,- wie ich meine,- angemessenen Preisgefüge zu bleiben.